Ein Hund in unserer Kita
Der Einsatz von Pädagogik-Begleithunden in den Kindertagesstätten und der Schulbetreuung der Gemeinde Egelsbach.
Ausgangssituation und Begriffserklärung
Der Einsatz von Tieren – insbesondere Hunden – in sozialen Tätigkeitsbereichen hat in den letzten Jahren signifikant an Bedeutung gewonnen. Im Jahre 2018 begann die Gemeinde Egelsbach mit dem Hundeprojekt, zunächst in der Schulbetreuung. Nach abgeschlossener Ausbildung von Hund und Halterin wurde der Einsatzbereich auf die Kindertagesstätten ausgeweitet. Die bisherigen Erfahrungen und auch die Rückmeldungen von Kindern und Eltern bestärken zur Fortführung der Arbeit mit Hund, sodass aktuell zwei Vierbeiner in den Kitas der Gemeinde Egelsbach tageweise zu finden sind.

Die Begriffe „Assistenzhund“, „Schulhund“, „Besuchshund“ etc. sind in Deutschland – anders als beispielsweise in der Schweiz – nicht gesetzlich geschützt. Hier setzt die Gemeinde Egelsbach an, indem die vierbeinigen Mitarbeiter sowohl in Zusammenarbeit mit einer deutschlandweit renommierten Hundeschule (Hundeakademie P. Lübbe, Darmstadt) ausgebildet, als auch von einem offiziellen, vereidigten Gutachter des Landes Hessen, einem sogenannten Wesenstest unterzogen werden. In den Kinderbetreuungseinrichtungen der Gemeinde Egelsbach werden ausschließlich Hunde eingesetzt, die den Ausbildungsstand des „pädagogischen Begleithundes“ aufweisen.Pädagogische Grundlagen und Ziele
Das Ziel des Hundeeinsatzes ist es, durch angeleitete Begegnungen mit einem speziell ausgebildeten Hund den Kindern eine pädagogische Förderung, Sachwissen sowie eine Steigerung des Wohlbefindens zuteilwerden zu lassen.

Hierbei ist stets zu beachten, dass der Hund kein pädagogisches Fachpersonal ersetzen kann – er unterstützt als lebendiges Medium die qualifizierte Arbeit.Im Kontext der Arbeit in den Kitas werden vor Einsatz des Hundes in Absprache mit dem Fachpersonal die Ziele der Hundestunden individuell an die jeweilige Gruppe bzw. das einzelne Kind angepasst.
Mögliche Bereiche sind:
- Verhalten (z.B. Empathie, Impulskontrolle)
- Wahrnehmung (z.B. Erleben der Sinnessysteme).
- Motorik (z.B. Grob- & Feinmotorik, Kraftaufbau- & Dosierung)
- Kognition (z.B. Aufmerksamkeit, Konzentration)
- Sachwissen (altersgerechte Schulung zum Thema Hund, Bisspräventionstraining)
Formelle Standards zum Hundeeinsatz
Der Einsatz eines Hundes kann nur unter sorgfältiger Beachtung verschiedener Aspekte erfolgen, um seriös, zielgerichtet und erfolgreich arbeiten zu können.

Dabei gilt u.a., dass- Hund und Kinder niemals ohne Aufsicht alleine gelassen werden.
- jedes Kind selbst entscheidet, ob es an den Hundestunden teilnehmen möchte (nach Elternerlaubnis).
- der eingesetzte Hund vor aggressivem, unkontrolliertem und ausgeprägt distanzüberschreitendem Verhalten eines Kindes konsequent geschützt wird.
Hygiene und Gesundheit
- Der Hund ist frei von für Menschen ansteckenden Erkrankungen.
- Es liegt ein vollständiger Impfschutz vor, zusätzlich erfolgt regelmäßige Behandlung zur Prophylaxe von Endo- und Ektoparasiten.
- Die Erneuerung des tierärztlichen Gesundheitszeugnisses erfolgt zweimal jährlich.
- Alle Teilnehmenden waschen vor und nach der Projektstunde die Hände
- Ein detailliertes Hygienekonzept liegt der Fachdienstleitung und in den Einrichtungen vor.
Elterninformation und Kinderbeteiligung
Der grundsätzliche Einsatz des Hundes ist durch das Direktionsrecht geklärt. Die Eltern werden bereits bei Anmeldung des Kindes über die eventuellen Hundeeinsätze informiert – wobei diese nicht gegen eine deutliche Ablehnung der Eltern durchgeführt werden. Beim Vorliegen einer Hundehaar-Allergie ist die zuständige Einrichtungsleitung umgehend zu informieren.
Die Kinder werden in ihren jeweiligen Gruppen altersentsprechend auf den Einsatz des Hundes vorbereitet. Hierbei haben sie noch vor dem Erstkontakt die Möglichkeit, eventuelle Wünsche und Überlegungen aber auch Sorgen und Befürchtungen gegenüber ihrer Bezugsperson innerhalb der Einrichtung zu äußern.
Die vierbeinigen Mitarbeiter
Beide Hunde sind ausschließlich mit ihrer Hundeführerin Katherina Schölkopf (diverse Fortbildungen zum Thema Hunde in Kita und Grundschule, MHT-Prüfung, Sachkundenachweise nach Hess. Hundeverordnung) im Einsatz.


