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Qualitätshandbuch Kinderbetreuung

Konzeptionelle und organisatorische Grundlagen für die Kindertagesstätten und die Schulbetreuung der Gemeinde Egelsbach


  • DAS TRÄGERLEITBILD

    In der Trägerschaft der Gemeinde Egelsbach befinden sich 4 Kindertagesstätten und die Schulbetreuung Wilhelm-Leuschner-Schule. Die Kinderbetreuungseinrichtungen halten ein differenziertes Angebot für Kinder und ihre Familien bereit. Auf diese Weise stellt die Gemeinde Egelsbach einen wichtigen Anteil des Gesamtbetreuungsangebotes für Kinder im Alter von 1 bis 10 Jahren sicher und setzt den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder vom vollendeten ersten Lebensjahr bis zur Einschulung um.

    Unsere Kindertagesstätten und die Schulbetreuung arbeiten auf der Basis der UN-Kinderrechtskonvention und folgen den Zielsetzungen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG), des Gesetzes zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und in der Tagespflege sowie den Richtlinien für den Betrieb von
    Tageseinrichtungen im Land Hessen. Die gesetzlichen Grundlagen schreiben den Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsauftrag für Kinder und deren Förderung zur Entwicklung einer „eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“ fest. Die pädagogische Ausrichtung der Arbeit der Kinderbetreuungseinrichtungen der Gemeinde Egelsbach orientiert sich an den Zielsetzungen des hessischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren.

    Die Kindertagesstätten und die Schulbetreuung der Gemeinde Egelsbach haben folgenden Auftrag:

    • Sie sind offen für alle Kinder und Familien, unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft, von ihrer Religion, Weltanschauung und dem Entwicklungsstand der Kinder. Das Angebot kommt dem zeitlichen Bedarf der Kinder und Eltern nach Betreuung entgegen. Die Kindertagesstätten streben eine Erziehungspartnerschaft mit den Eltern zum Wohle der Kinder an. Sie beteiligen die Eltern entsprechend der Richtlinien zur Zusammenarbeit mit Elterngremien in Tageseinrichtungen für Kinder.
    • Sie stellen ein an Förderung der kindlichen Autonomie orientiertes pädagogisches Angebot zur Verfügung und sichern damit die ganzheitliche Bildung und Entwicklung aller Kinder. Dabei tragen die Kindertagesstätten und die Schulbetreuung insbesondere dafür Sorge, dass Erziehung und Bildung an demokratischen Grundwerten orientiert sind. Sie tragen dadurch zu einem auf gegenseitiger Wertschätzung basierenden, gleichberechtigten Zusammenleben aller Beteiligten in den Tageseinrichtungen bei, wobei der Sprach- und Bewegungsförderung ein besonderer Wert beigemessen wird. Die spezifischen Belange von Mädchen und Jungen werden durch Angebote zum Abbau von geschlechtsspezifischen Benachteiligungen berücksichtigt.
    • Die Kindertagesstätten und die Schulbetreuung arbeiten kooperativ mit der örtlichen Grundschule zusammen. Sie vernetzen sich mit ihrem Umfeld, kooperieren mit pädagogischen und sozialen Diensten der Gemeinde und dem Kreis Offenbach und beteiligen sich aktiv am Leben im Ort.

    Der mit diesem Leitbild gestellte Trägerauftrag wird von den Leitungen und pädagogischen Fachkräften in den Kinderbetreuungseinrichtungen im Rahmen des gemeinsamen, einrichtungsübergreifenden Qualitätsmanagementsystems sowie auf dieser Basis gestalteter Einrichtungsprofile verantwortungsbewusst umgesetzt.

    Zur Sicherung dieser bedarfsgerechten, kontinuierlichen Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit ermöglicht der Träger den pädagogischen Fachkräften entsprechende Fort- und Weiterbildungen.

    Fundament der Organisation ist die gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung aller Beteiligten.
  • UNSER TEAMSELBSTVERSTÄNDNIS

    Wir verstehen uns als pädagogische Fachkräfte der Kindertagesstätten und der Schulbetreuung, die den Kindern ein optimales Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot anbieten wollen. Im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit steht das Kind in seiner aktuellen Lebenssituation. Wir nehmen es an wie es ist und fördern es nach seinen Möglichkeiten. Auf diese Weise wird die Grundlage dafür geschaffen, der individuellen Entwicklung jeden einzelnen Kindes gerecht zu werden. Dazu wird eine Atmosphäre gestaltet, in der es sich emotional, sozial und geistig angenommen fühlen soll. Es geht vorrangig darum, soziale Lebensbezüge in der Gruppe, im Kindergarten, in der Schulbetreuung und in der Gemeinde zu schaffen sowie ein Bewusstsein für das Zusammenleben verschiedener Religionen und Nationalitäten zu vermitteln. Die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern ermöglicht einen ständigen Dialog und eine gegenseitige Information über alle wichtigen Belange des Kindes, die Arbeit der Kindertagesstätte und der Schulbetreuung. Die Eltern werden als Partner gesehen, mit denen wir zusammen das Wohl der Kinder sichern. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bildet dafür die Grundlage. Unsere Teams sind offen, kompetent und arbeiten solidarisch und engagiert mit den Eltern bei der Erziehung der Kinder zusammen. Wir verstehen uns als dienstleitungsorientierte Einrichtungen und orientieren uns an der Lebenswirklichkeit der Kinder und Eltern vor Ort, wobei wir die Familien mit einem spezifischen Angebot an bedarfsorientierten Kinderbetreuungsplätzen unterstützen.

    Wir identifizieren uns mit unseren Kindertagesstätten und der Schulbetreuung und stellen uns mit Engagement und Professionalität unseren Aufgaben. Wir bilden uns regelmäßig fort, sind offen für neue Fragen und Veränderungen. Wir arbeiten kooperativ im Team und bringen eigene individuelle Fähigkeiten mit ein. Ein kollegiales Klima schafft die Voraussetzungen für eine gemeinsame Weiterentwicklung im Interesse der Kinder. Die Leitungskräfte sind sich ihrer Aufgabe bewusst. Sie arbeiten zukunftsorientiert, übernehmen fachlich und persönlich kompetent die Führung und das Management ihrer Kindertagesstätten und der Schulbetreuung.

  • QUALITÄTSPOLITIK

    Die Leitungen und pädagogische Fachkräfte sorgen für eine kontinuierliche Überprüfung und Weiterentwicklung der Gesamtqualität der gemeindlichen Kindertagesstätten und der Schulbetreuung. Der Träger trägt Sorge für die kontinuierliche Anpassung an den vorhandenen Bedarf, mit dem Ziel adäquat und zeitnah auf veränderte Anforderungen zu reagieren. Er legt die Qualitätspolitik und übergreifenden Ziele der Einrichtung fest. Hierfür stellt er angemessene Mittel und fachlich qualifiziertes Personal zur Verfügung.

    Die fachliche Qualität des pädagogischen Personals wird durch regelmäßige Reflexion und Überprüfung der eigenen Arbeit unter Einbeziehung anerkannter Theorien und pädagogischer Standards weiterentwickelt. Alle pädagogischen Fachkräfte beteiligen sich aktiv am Prozess der kontinuierlichen Verbesserung und sorgen für die Umsetzung der Ziele in ihrem Aufgabenfeld.

    Die geltenden gesetzlichen Grundlagen, Qualitätsstandards des BEP, fachliche Standards, sowie die Anforderungen und Bedürfnisse von Kindern, Eltern, pädagogische Fachkräfte und Träger, dienen als Orientierung.

    Regelmäßige Fort- und Weiterbildung sowie die Unterstützung durch Fachberatung und Supervision sichern die fachliche Qualität und Evaluierung.

    Den Leitungen obliegt die Letztverantwortung für die Umsetzung, Aufrechterhaltung, Überprüfung und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems und für das Erreichen der Qualitätsziele der einzelnen Einrichtungen.

  • DIENSTLEISTUNGSANGEBOT

    Platzangebot und Raumgestaltung

    • Die 4 Kindertagesstätten der Gemeinde Egelsbach werden Plätze in Krippen, altersübergreifenden Gruppen, Gruppen für 3-6 Jährige und Integrationsgruppen vorgehalten.
    • Die Schulbetreuung der Gemeinde Egelsbach bietet derzeit bis zu 280 Plätze für Kinder im Grundschulalter an.
    • Durch die kindgerechte Raumgestaltung der Gruppen herrscht eine Atmosphäre der Geborgenheit. Den Kindern stehen Rückzugsmöglichkeiten in der gesamten Kindertagesstätte und in der Schulbetreuung zur Verfügung. Platz für Spiel und Bewegung ermöglichen Bewegungsräume, Flure sowie das Außengelände. Verschiedene Nebenräume ermöglichen die Arbeit in kleinen Gruppen. In unseren Kindertageseinrichtungen haben die Kinder je nach Tagesablauf die Möglichkeit in allen Räumen zu spielen und zu lernen.
    • Die Kindertagesstätten und die Schulbetreuung verfügen über unterschiedlich gestaltete Räume, die die Selbstbildungsprozesse der Kinder herausfordern und unterstützen. Die abwechslungsreich gestalteten Außenspielflächen bieten den Kindern vielfältige Möglichkeiten ihrem Bewegungsdrang nachzugehen und die Natur zu erfahren. Kindern mit besonderem Förderbedarf stehen Unterstützung und Fördermaßnahmen durch geeignete pädagogische Fachkräfte in den Integrationsgruppen zur Verfügung.
    • Die Kindertagesstätten und die Schulbetreuung entwickeln je nach den Bedürfnissen der Kinder und Eltern sowie den Erfordernissen der Gemeinde unterschiedliche Schwerpunkte. Sie haben eine eigene, auf das jeweilige Haus, seine Kinder und Eltern zugeschnittene pädagogische Konzeption.

    Personelle Besetzung

    Die personelle Besetzung in den Gruppen richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben, die in der Landesverordnung zur Ausführung des Kindertagesstättengesetzes und des hessischen Kinderförderungsgesetzes verankert sind. Pro Kindertagesstätte steht eine Springkraft mit bis zu 25 Stunden zur Verfügung. In der Schulbetreuung arbeitet pro 23 Kinder je eine 1,0 Fachkraft. Im Rahmen der Sprachförderung arbeitet eine Sprachförderkraft mit insgesamt 28 Stunden wöchentlich hausübergreifend in den 4 Kindertagesstätten der Gemeinde Egelsbach. Die Förderung geschieht in Koordination mit der örtlichen Grundschule.

    Aufnahmekriterien und Öffnungszeiten

    Die Einrichtungen sind offen für Kinder aller Nationen, Religionen, Weltanschauungen und sozialen Schichten. Die Öffnungszeiten sind bedarfsorientiert.

    • Kindertagesstätten: Montag – Freitag 7:00 Uhr – bis 16:30 Uhr
    • Schulbetreuung: Montag – Freitag 7:00 Uhr – 17.00 Uhr
    • Schließzeiten: Zwei Wochen in den Sommerferien inklusiv der fünf pädagogischen Tage, personalrelevante Angelegenheiten, die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr

    Für die U3-Kinder wird grundsätzlich ein Mittagessen gereicht. Dies gilt auch für Ü3-Kinder, die länger als 13:00 Uhr und für Kinder in der Schulbetreuung, die länger als 13:15 Uhr in der Einrichtung verweilen.

    Pädagogische Schwerpunkte

    Unsere kinderbetreuende Einrichtungen arbeiten auf der Basis einer ganzheitlichen, alters- und entwicklungsgemäßen, situationsorientierten Erziehung und Bildung. Elemente der demokratischen Erziehung haben bei uns einen großen Stellenwert. Wir unterstützen die Kinder darin, die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu achten. Die Bewegung in der motorischen Gesamtheit ist ein Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit. Die Sprache ist Grundlage für die Teilhabe an unserer Gesellschaft. Daher ist Sprachförderung ein zentrales Element unseres pädagogischen Handelns. Die Kinder werden von uns darin unterstützt, Kompetenzen in und für Lebenssituationen zu erwerben. Dabei ist es uns wichtig, dass Sach-, Ich- und Sozialkompetenzen gleichwertig gefördert werden. Jedes einzelne Kind wird in seiner Persönlichkeit wahrgenommen und individuell begleitet. Im Aneignungsprozess der Kinder verstehen sich die Fachkräfte als forschende und lernende Pädagogen innerhalb der Tagesstätte, die Lebens- und Lernort für Kinder ist.

    Weitere ausführliche Informationen über unsere pädagogische Arbeit finden sich in den Konzeptionen der jeweiligen Einrichtung.

  • UNSER PROFIL

    Die Gemeinde Egelsbach bietet in ihren Kinderbetreuungseinrichtungen auf der Basis des hessischen Bildungs- und Erziehungsplan die Betreuung, Bildung und Erziehung der Kinder an. Mittel- und Ausgangspunkt unserer pädagogischen Arbeit ist grundsätzlich das Kind mit seinen Bedürfnissen, Interessen, Erfahrungen und unsere pädagogischen Grundprinzipien.

    Bildung – Vertrauen – Bindung

    Wir orientieren uns in unserer pädagogischen Arbeit am situationsbezogenen, projektorientierten Ansatz. Wir sorgen dafür, dass unsere Kinderbetreuungseinrichtungen Orte sozialer und interkultureller Begegnung sind und ermöglichen den Kindern so, sich im Dialog mit anderen zu entwickeln und zu bilden. In allen Prozessen steht die Selbsttätigkeit der Kinder im Mittelpunkt, wobei Bewegungsmöglichkeiten und sinnliche Erlebnistätigkeit die Basis bilden. So unterstützen wir die Kinder bei der Entwicklung eines positiven Selbstwertgefühls.

    Die Kinder sollen bei uns durch Co-Konstruktion Kompetenzen in und für Lebenssituationen erwerben. Das tun wir, indem wir die Themen der Kinder aufgreifen, mit ihnen vertiefen und bildungsrelevante Angebote an die Kinder machen. Dabei gehen wir sowohl von der Lebenssituation der Kinder, als auch von unseren Beobachtungen aus. Den vielfältigen Erwartungen tragen wir durch einen mehrdimensionalen didaktisch-methodischen Ansatz Rechnung. Darin kommt insbesondere den folgenden Aufgaben eine wichtige Funktion zu:

    • Schaffung einer förderlichen Erziehungs- und Bildungsumgebung
    • Beteiligung der Kinder entsprechend ihrer Entwicklung im Rahmen von Kinderbefragung, Kinderbeirat, Meckerkasten, Streitschlichter
    • Freie Auswahl vielfältiger Angebote
    • Organisation von Besichtigungen, Exkursionen und Ausflügen
    • Koordination von Förderangeboten durch Fachdienste

    Die pädagogischen Fachkräfte orientieren sich in der Arbeit an folgenden Ausgangspunkten:

    • Verbal geäußerte Wünsche
    • Beobachtete Aktivitäten
    • Festgestellte Förderbedarfe
    • Konfliktsituationen
    • Aktuelle Ereignisse und Situationen
  • PÄDAGOGISCHE ZIELE

    Mit einem umfassenden Leistungsangebot in Bezug auf die Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder werden die konzeptionellen Ziele unserer Kindertagesstätten und der Schulbetreuung im pädagogischen Alltag umgesetzt. Das breite pädagogische Angebot ermöglicht individuelles Eingehen auf die Bedürfnisse und den Entwicklungsstand der Kinder. Das Erreichen unserer Ziele weisen wir im Besonderen anhand detaillierter Entwicklungstests und -beobachtungen, der Rückmeldungen der Kinder, Eltern und der Grundschule nach.

    Die Kinder fühlen sich in unseren Kinderbetreuungseinrichtungen wohl, angenommen und akzeptiert.

    Mit der Aufnahme in die Kindertagesstätten und der Schulbetreuung beginnt für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt. Sie gehen neue Beziehungen und Bindungen ein. Um diesen Aufbau zu erleichtern, schaffen wir eine Atmosphäre, die unterstützt ist von Wertschätzung und Anerkennung jedem einzelnen Kind gegenüber. Die Gestaltung und Mitwirkung an der Umgebung in den Kindertagesstätten und der Schulbetreuung ermöglicht den Kindern das Gefühl der Geborgenheit.

    Die Kinder handeln selbstbestimmt und nehmen sich als selbstwirksam wahr. Jungen und Mädchen entwickeln ein differenziertes Selbstkonzept. Sie beteiligen sich aktiv an der Gestaltung des Zusammenlebens in den Kindertagesstätten und der Schulbetreuung.

    Wir unterstützen von Anfang an die Selbständigkeit und Mitwirkung der Kinder und tragen dazu bei, dass sie sich zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln und ihre eigene Meinung selbstbewusst vertreten können.

    Die Kinder bauen vielfältige Beziehungen zu andern Kindern und Erwachsenen auf. Sie entwickeln ein demokratisches und humanistisches Wertebewusstsein und eignen sich soziale Kompetenzen an.

    Für den gelungenen Dialog mit Anderen benötigt das Kind, neben sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten empathische Fähigkeiten. Normen und Werte werden von den Kindern erfahren und Regeln mitgestaltet. Auf diese Weise entsteht ein soziales Miteinander in den Kinderbetreuungseinrichtungen.

    Die Kinder eignen sich Wissen an, sie entfalten vielfältige Fähigkeiten und Fertigkeiten, sie entwickeln sich ganzheitlich und sind gut auf den Übergang in die Schule vorbereitet.

    Kinder machen ihre Erfahrungen direkt mit allen Sinnen und erwerben umfassende Kenntnisse über die Umwelt. Schmecken, Riechen, Sehen, Tasten, Hören, Fühlen, Begreifen und Verstehen sind eng miteinander verknüpfte Persönlichkeitseigenschaften der kindlichen Lernprozesse. Mit ihrem gesamten Körper und allen Sinnen sammeln Kinder Eindrücke und konstruieren eigene innere Bilder, Bedeutungszusammenhänge und Vorstellungen über die Welt.

  • ZIELE DER ELTERNARBEIT

    Ziele

    Wichtig – und übergreifend – ist die gemeinsame Bildungs- und Erziehungsaufgabe vom Träger, pädagogischen Fachkräften und Eltern im Hinblick auf das Wohlergehen der Kinder. Hinweis KJHG (§ 22). Der Träger, die Gemeinde Egelsbach, sichert die Rahmenbedingungen für eine positive Zusammenarbeit zwischen Eltern und pädagogischem Personal. Er lässt die Eltern an allen wichtigen Entscheidungen teilhaben und sorgt mit den Leitungen für ein funktionierendes Kommunikationssystem zwischen Einrichtung und Familien. Die Eltern nehmen die Kindertagesstätten und die Schulbetreuung als Anlaufstelle und Ort der Begegnung wahr. Sie haben Kenntnisse die pädagogische Konzeption der Kinderbetreuungseinrichtung und streben mit dem pädagogischen Personal eine Erziehungspartnerschaft an. Die Eltern sind über die Entwicklung ihres Kindes und die pädagogische Arbeit umfassend informiert. Sie sehen sich durch die Kindertagesstätten und die Schulbetreuung in ihrer Erziehungsaufgabe unterstützt und beteiligen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an den Aktivitäten und Aufgaben der Kinderbetreuungseinrichtungen.

    Unsere Leistungen im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Eltern

    In regelmäßigen Abständen finden Entwicklungsgespräche statt. Diese dienen der gegenseitigen Information und dem gemeinsamen Austausch über die Entwicklung der Kinder, den Überlegungen über nächste Schritte, der Unterstützung durch die Eltern und der Kindertagesstätte sowie der Erörterung möglicher Fördermaßnahmen.

    • Tür- und Angelgespräche
    • Regelmäßige Elternversammlungen, Elternabende geben Einblick in die Arbeit der Kindertagesstätten und der Schulbetreuung.
    • Gemeinsame Aktionen mit Eltern und Kindern in Form von Eltern-Kind-Veranstaltungen, Festen und Feiern  
    • Elternkompetenzen nutzen, Gemeinschaftsgefühl und Vertrauen in die Zusammenarbeit positiv verstärken  
    • Vielfältige Elterninformationen, Aushänge, Elternbriefe sichern den Informationsstand der Eltern über unsere Aktivitäten  Eltern erhalten Informationen über soziale Angebote und soziale Dienste
    • Elternbefragungen, Elternbriefkasten, etc. geben Eltern Gelegenheit, ihre Meinung zu äußern und Verbesserungsvorschläge einzubringen.
    • Elternbeiräte, Elternbeiratssitzungen und Kita Kommission ermöglichen es den Eltern, in den gemeindlichen Kindertagesstätten und der Schulbetreuung in institutionalisierter Form mitzuwirken. Dies fördert eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, pädagogischem Personal und Träger.  
  • UNSERE LEISTUNGEN

    Leistungen, welche die Zielerreichung unterstützen

    Während der Eingewöhnungsphase begleiten wir die Kinder und Eltern intensiv in ihrem Kindertagesstätten-Alltag. Die Eingewöhnung in die Krippe findet nach dem „Berliner Modell“ statt, welches den Eltern klare Handlungsanweisungen und somit auch eine wissenschaftlich fundierte Verhaltenssicherheit gibt.

    Die Bring- und Abholsituation wird von uns so gestaltet, dass sie für die Kinder und Eltern als angenehm erlebt wird.

    Eine offene, freundliche, kindgerechte und differenzierte Gestaltung der Räume sichert eine positive Atmosphäre. Auffordernde Materialien und Geräte für alle Altersgruppen tragen dem kindlichen Bedürfnis nach Bildung, Lernen, Begegnung, Bewegung, Ruhe, Spiel und Gestaltung Rechnung. Bewegungsräume drinnen und draußen ermöglichen den Kindern umfangreiche körperliche Aktivitäten und eine gezielte Förderung der Motorik.

    Der Tagesablauf in unseren Kindertagesstätten und der Schulbetreuung ist so strukturiert, dass sich die Kinder gut orientieren können. Hierzu gehören auch die gemeinsamen Mahlzeiten und das freie Frühstück, bei dem die Kinder selbst bestimmen können, wann sie essen möchten. Sie können auf ihren Hunger hören und lernen, ihr Essen selber zu organisieren und auch die Dauer zu bestimmen.

    Ausgewählte Projekte, z.B. in den Bereichen der musikalischen Früherziehung, Selbstbehauptungstraining, Technik, Umgang mit Medien, Gesundheitserziehung, Begleitung im Schulalltag, Hilfe und Unterstützung bei den Hausaufgaben und regelmäßiges Freispiel fördern die Eigentätigkeit und Selbstbildungsprozesse der Kinder. Sie ermöglichen den kontinuierlichen Aufbau von Fertigkeiten und Fähigkeiten. Vielfältige Angebote für die Schulkinder in den Ferien geben Anregungen und laden zur aktiven Teilnahme ein. Spezielle Angebote für Mädchen und Jungen sichern die Umsetzung einer gendergerechten Erziehung.

    In der Krippe nimmt die Sauberkeitserziehung einen hohen Stellenwert ein, da sie mit Selbstwahrnehmung und Berührungen zu tun hat. Das „Sauberwerden“ ist nicht eine Frage des Alters, diese findet grundsätzlich in Absprache mit den Eltern statt.

    Um den Gemeinschaftssinn aller Erwachsenen und Kinder zu fördern, finden regelmäßig Kind-Elternveranstaltungen statt.

    Durch Außerhausaktivitäten, Exkursionen (Einkaufen, Ortsteilerkundungen, Theaterbesuche, Ausflüge in die nähere Umgebung, Naturprojekte usw.) lernen die Kinder ihr Umfeld und ihre Gemeinde kennen und erlangen so Selbständigkeit, Sicherheit und Orientierung.

    Für Kinder mit einem besonderen Förderbedarf werden entsprechende Betreuungs- und Förderangebote vermittelt und durchgeführt. Das Erlernen der deutschen Sprache und die Vermittlung der sprachlichen Kompetenzen werden durch Sprachförderangebote gezielt unterstützt.

    Schulvorbereitende Aktivitäten und spezielle Schulkindaktionen erleichtern den Übergang in die Grundschule. Unterstützt werden wir hierbei durch die Kooperation mit der Grundschule.

  • KERNPROZESS

    Die sorgfältige Gestaltung des Kernprozesses dient der Sicherstellung des Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrags der Kindertagesstätten und der Schulbetreuung. Er gliedert sich im Wesentlichen in drei Schlüsselprozesse:

     Prozessgestaltung

     Folgende Maßnahmen dienen dazu, diesen Prozess zu strukturieren und so intensiv wie möglich zu gestalten:

    • Ein Aufnahmegespräch und eine sorgfältig geplante Eingewöhnungsphase zu Beginn der Kindergartenzeit stellen sicher, dass die Einrichtung alle notwendigen Informationen über das einzelne Kind erhält und sich so auf die pädagogische Aufgabe einstellen kann.
    • Die regelmäßige Beobachtung der Kinder mittels strukturierter Beobachtungsbogen sichert jedem Kind die Aufmerksamkeit, die es benötigt, um entwicklungs- und altersgemäß gefördert werden zu können.
    • Entwicklungsgespräche zwischen den pädagogischen Fachkräften und Eltern stellen einen kontinuierlichen Informationsfluss zwischen Tagesstätte, Schulbetreuung und Familie sicher und garantieren die optimale Gestaltung der Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsaufgabe.
    • Bei Bedarf finden interne wie externe Einzelfördermaßnahmen statt.

    Prozessplanung

    Die systematische Planung aller pädagogischen Maßnahmen ist für unsere Arbeit sehr wichtig. Dabei legen wir unserer Arbeit vier wesentliche Planungsprozesse zugrunde:

    • Jahresplanung
      Die organisatorische Jahresplanung dient der Planungssicherheit für Personal und Eltern. Hierbei erfolgt eine Übersichtsplanung in Bezug auf wichtige Feste und Feiern sowie organisatorische Rahmenbedingungen (z. B. Schließungszeiten). Die inhaltliche Jahresplanung legt pädagogische Schwerpunkte und Weiterentwicklungsaspekte fest. Sie dient der Planungssicherheit bei der Umsetzung von Projekten, als auch der Konzeptionellen Weiterentwicklung und Evaluation.
    • Wochenplanung
      Die Wochenplanung wird wöchentlich im Rahmen der Gruppenteamsitzung durchgeführt. Sie dient der Auswertung der bisherigen und der Planung der zukünftigen Arbeit. Im Rahmen der Wochenplanung werden die einzelnen Aktivitäten konkretisiert. Dies erfolgt durch Planung, Aufgabenverteilung und Reflexion im Gruppen-team. Im Gesamtteam werden organisatorische und pädagogische Absprachen getroffen.
    • Situationsbezogene Planung
      Im Rahmen ihrer Vorbereitungszeiten reflektieren die einzelnen Fachkräfte die aktuellen Situationen. Auf diese Weise erfolgt eine optimale Anpassung der Grobplanungen an die Gruppensituation.
    • Planung individueller Fördermaßnahmen
      Individueller Förderbedarf wird von den Fachkräften im Rahmen von Beobachtungsprozessen festgestellt. Im Gruppenteam werden dann Maßnahmen zur Förderung innerhalb des Gruppengeschehens geplant und reflektiert. Bei Kindern mit besonderem Förderbedarf werden die Leitungen und zusätzliche Förderdienste zur Planung und Organisation der Fördermaßnahmen hinzugezogen.

    Prozesslenkung

    Die Prozesslenkung erfolgt über die Auswertung der einzelnen Aktivitäten, im Rahmen der Reflexion in den Dienstbesprechungen und auf der Gruppenebene über die gezielte Auswertung der Beobachtung der Kinder. Des Weiteren erfolgt sie über den Austausch mit den Eltern und über die verschiedenen Formen der Evaluation. Diese Ergebnisse dienen dem Team als Grundlage für die weitere Planung.

  • EVALUATIONSSYSTEM

    Der Begriff Evaluation bezeichnet die systematische Sammlung, Analyse und Interpretation von Informationen. Grundlegende Prinzipien sind dabei Selbstreflexion, Selbststeuerung und Selbstkontrolle.

    Mithilfe von Evaluationsverfahren werden alle Leistungen und angestrebten Ziele regelmäßig überprüft und bewertet. Auf diese Weise können auftretende Probleme früh erkannt und bearbeitet werden. Gleichzeitig lassen sich alle Prozesse kontinuierlich verbessern. In unseren Einrichtungen gibt es vor allem folgende Schwerpunkte im Evaluationsverfahren:

    • Selbstevaluation vor dem Hintergrund einrichtungseigener Qualitätsstandards
    • Auswertung von Dokumenten
    • Teamreflexion
    • Fallbesprechungen
    • kollegiales Feedback
    • Mitarbeitergespräche
    • Eltern- und Mitarbeiterinnenbefragungen
    • Fachberatung
    • Auswertung von Beschwerden
    • Austausch in Leitungskonferenzen

    Aufgabe der Leitungen und der Fachberaterin ist es, die einzelnen Auswertungsergebnisse zu einer Managementbewertung zusammen zu führen. Die Differenzen bilden die Grundlage für Änderungen sowie für Verbesserungspotentiale des Qualitätsmanagementsystems insgesamt. Auftretende Beschwerden werden bearbeitet und systematisch erfasst. Notwendige Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen wie auch Ressourcen werden ermittelt, festgelegt, veranlasst und auf ihre Umsetzung überprüft.

  • DOKUMENTATIONSSYSTEM

    Unsere qualifizierte pädagogische Arbeit erfordert eine gewissenhafte Dokumentation, dessen ungeachtet ist festgelegt, welche Prozesse dokumentiert werden müssen. Für diesen Zweck ausgewählte Formblätter gewährleisten eine übersichtliche wie zeitsparende Dokumentation. Zielsetzungen, Leistungsangebot und pädagogisch notwendige Aufzeichnungen werden dokumentiert. Im Rahmen der Dokumentation werden alle notwendigen Daten erfasst, die in der Evaluation wiederverwendet werden. Die regelmäßige Auswertung der Dokumentation geschieht mit Blick auf die ursprünglichen, in der Planung gesetzten Ziele. Interne Dokumente werden vertraulich behandelt.

    • Dokumente: Kinderakte, Verwaltungsakte, Personalakte
    • Änderungen von Vorgabedokumenten werden in der Leitungskonferenz diskutiert und beschlossen.
    • Die Freigabe veränderter Standards erfolgt durch die Fachamtsleitung.
    • Alle Kinderbetreuungseinrichtungen verfügen über Exemplare des Qualitätshandbuches und der Hauskonzeptionen.
  • ORGANISATIONSSTRUKTUR

    Die Organisationsstruktur der Kindertagesstätten und Schulbetreuung umfasst unterschiedliche Verantwortungsbereiche und Entscheidungsbefugnisse.

    Die Kindertagesstätten und die Schulbetreuung der Gemeinde Egelsbach sind über die Leitungskonferenz eng miteinander verbunden. Die Leitungskonferenz dient der Diskussion und Beratung aller die gesamte Organisation betreffenden konzeptionellen und didaktisch-methodischen Fragen.

    Die Leitung ist verantwortlich für die Zielsetzung und die Ausrichtung der Einrichtung. Ihre Aufgabe ist es, ein optimales internes Umfeld für die Zielerreichung zu schaffen und zu erhalten. Die Leitungen tragen die Gesamtverantwortung auf Kindertagesstätten-Schulbetreuungsebene. Diese Aufgabenbereiche und Befugnisse sind klar benannt. Die Kindertagesstätten und die Schulbetreuung arbeiten im Rahmen der Trägervorgaben eigenverantwortlich und selbständig. Vom Träger benannte Fachgremien für die Belange der Kinder betreuenden Einrichtungen sind die Leitungskonferenzen, der Elternbeirat und die Kitakommission. Sie dienen der Beratung aller die gesamte Organisation betreffenden grundsätzlichen Fragen. Das stellt sicher, dass Eltern und Fachpersonal über die für ihre Tätigkeit erforderlichen Informationen verfügen. Alle speziellen Aufgabenbereiche sind klar benannt, innerbetriebliche Arbeitskreise dienen der Weiterentwicklung der pädagogischen als auch strukturellen Qualität.

    Organisationsstruktur - Organigramm


  • PERSONALMANAGEMENT

    Der Bereich „Personalmanagement“ umfasst für die Gemeinde Egelsbach als Träger folgende Aufgabenbereiche:

    • Personalplanung
    • Personalentwicklung
    • Personalführung
    • Personalverwaltung

    Voraussetzung für ein gelingendes Personalmanagement ist ein gutes Personalkonzept sowie verbindlich geregelte Formen der Kompetenzzuschreibung und Zusammenarbeit zwischen Träger und Einrichtung (z.B. Fachamt, pädagogische Fachberatung, Leitung, Mitarbeiterteam). Der Träger achtet auf die Anforderungen an seine Fachkräfte und schafft Voraussetzungen, damit diese in ihren Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsaufgaben unterstützt werden. Die Sicherung einer hohen Gesamtqualität der Kindertagesstätten und Schulbetreuung setzt in besonderem Maße fachliche und persönliche Kompetenzen aller Fachkräfte voraus. Qualifiziertes und motiviertes Personal ist die wichtigste Ressource und Voraussetzung für die pädagogische Arbeit in den Kinderbetreuungseinrichtungen. Zur Verwirklichung bedarfsgerechter Tagesöffnungszeiten organisiert die Leitung einen optimalen Personaleinsatz. Sie verantwortet die Entwicklung und Überwachung des Dienstplans. Bei der Einhaltung des Dienstplans ist die Leitung weisungsbefugt. Zur Sicherstellung der Motivation wie Förderung der Zufriedenheit seines Personals und einer hohen fachlichen Qualität bietet der Träger, die Gemeinde Egelsbach, folgende Maßnahmen an:

    • zukunftsorientierte, transparente Personalbedarfsplanung
    • Formulierung eines klaren Anforderungsprofils
    • Gezielte Auswahl und Einarbeitung neuer Fachkräfte
    • regelmäßige Fortbildung
    • kontinuierlicher Austausch im Team
    • Führung durch einen kooperativen Führungsstil
    • Teilnahme an Arbeitskreisen und Tagungen
    • Mitarbeitergespräche
    • Fachberatung
    • Supervision
  • BUDGETOPTIMIERUNG / RESSOURCENMANAGEMENT

    Die Betriebs- und Personalkosten der Tageseinrichtungen werden finanziert aus Elternbeiträgen, Mitteln des Landes und aus Mitteln der Kommune. Im Haushalt der Gemeinde Egelsbach sind die laufenden Einnahmen und Ausgaben der Tageseinrichtungen nachgewiesen, wobei der Träger für Transparenz über alle Haushaltsmittel sorgt. Der Träger stellt zu Beginn eines Kalenderjahres den Leitungen der Kindertagesstätten und Schulbetreuung einen festen Etat zur Verfügung. Er informiert die Leitungen über die Höhe der bewilligten Mittel und begründet seine Entscheidung. Der zur Verfügung gestellte Etat wird von den Leitungen nach den Grundsätzen einer effizienten Haushaltsführung verwaltet. Die Leitungen erstellen hierzu zu Beginn eines Kalenderjahres eine vorausschauende Planung. Mittel für den Vermögenshaushalt (z. B. für Einrichtungsgegenstände, bauliche Maßnahmen) werden von der Leitung für das jeweils folgende Kalenderjahr beantragt.

    In die Trägerverantwortung fällt zudem die Prüfung der vorhandenen baulichen Situationen, die Planung und Durchführung von Umbauten bzw. Sanierungen. Im Hinblick auf die Sachausstattung der Kindertageseinrichtungen wird unter Einbeziehung des Personals die Ausstattung regelmäßig überprüft.

  • PÄDAGOGISCHE QUALITÄTSSTANDARDS

    Raumgestaltung

    • Begriffsklärung
    Die Qualitätsstandards für die Raumgestaltung beinhalten die Anforderungen, die wir in unseren Kinderbetreuungseinrichtungen an die Gestaltung aller Räume stellen, welche für die Kinder zugänglich sind und mit denen wir pädagogische Absichten verbinden. Wir Fachkräfte nehmen die Aufgabe wahr, die Orte für Kinder pädagogisch sinnvoll und effektiv zu gestalten. Aus unseren pädagogischen Zielvorstellungen heraus betrachten wir pädagogische Räume als permanente Baustelle mit dem Ansatz nach Veränderbarkeit.

    • Bedeutung
    Räume sprechen durch ihre Atmosphäre und ihre Einteilung. Sie erziehen indirekt mit, indem sie auffordern, einschränken, disziplinieren oder Entfaltung ermöglichen. In unserem pädagogischen Ansatz spielen Räume eine große Rolle. Montessori nennt sie »heimliche Miterzieher«, die Reggio-Pädagogik »die Dritten im Bunde«. Damit die Kindertagesstätten und die Schulbetreuung zu einem bespielbaren Ort werden, müssen sämtliche Räumlichkeiten immer wieder aus der pädagogischen Perspektive neu betrachtet und verändert werden.

    • Ziele
    Die Kinder sollen

    • sich in allen Räumen wohlfühlen.
    • sich selbstständig bewegen können.
    • zu vielfältigen Spiel-, Bewegungs- und Lernaktivitäten angeregt werden.
    • ungestört und intensiv spielen können.

    • Vorbereitung
    Die Fachkräfte stellen sicher, dass die Räume, die in ihrem Verantwortungsbereich liegen, folgenden Kriterien entsprechen:

    Allgemein
    Das Raumkonzept ist teiloffen und variabel. Es lässt vielfältige Aktivitäten zu und unterstützt gruppenübergreifende Angebote. Die Räumlichkeiten lassen sich abwandelbar nutzen. Die Räume sind so möbliert, dass sie Fläche für Bewegungs- und Kleingruppenaktivitäten und Rückzugsmöglichkeiten zulassen. Die Gruppenräume sind in mehrere Funktionsbereiche unterteilt, die genügend Platz und Ausstattung für die jeweiligen Aktivitäten bieten. Die Kinder werden an der Planung und Gestaltung der Räume beteiligt. Flexible Einrichtungsgegenstände geben den Kindern die Möglichkeit, den ihnen zugewiesenen Raumbereich nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Die krippenspezifische Gestaltung der U3-Räume/Bereiche besteht darin, den Boden zu „modellieren“, z. B. durch weichen Bodenbelag, flache Podeste, Stufen, schräge Ebenen und Spiegel.

    Eingangsbereich/Flure
    Der Eingangs-Flurbereich dient dem Empfang und der Verabschiedung der Kinder sowie dem Kleider- und Schuhwechsel. Soweit möglich wird der Flurbereich für verschiedene Aktivitäten (Bistro, Bewegungs-Bastel-Angebote) genutzt. Die Wände werden als Ausstellungsfläche genutzt und es werden Info-Bereiche für die Eltern zur Verfügung gestellt.

    Nebenräume
    Neben den Gruppenräumen stehen den Kindern weitere Nebenbereiche zur Verfügung. Diese Räume unterstützen spezifische Aktivitäten wie zum Beispiel Bewegungsspiele, musikalische Angebote, Kontaktmöglichkeiten mit anderen Kindern, Kleingruppenarbeit etc.

    Schlafräume
    Im U3-Bereich stehen für die Kinder kindgerechte Schlafräume zur Verfügung.

    Außenspielbereich
    Das gesamte Außenspielgelände steht den Kindern als naturnaher Lebens- und Erfahrungsraum zur Verfügung.

    Atmosphäre
    Wir legen großen Wert auf warme Farben und eine ästhetische Gestaltung der Räume, da dies zum Wohlbefinden der Kinder beiträgt und eine positive Raumatmosphäre prägt. Themenbezogene Dekorationen, Stoffe und Lichtelementen heben den Wohlfühlfaktor der Kinder. Möbel und Raumgestaltungselemente sind so ausgewählt, dass sie die Größe der Kinder berücksichtigen.

    Rückzug
    Die Raumgestaltung bietet ausgestattete Plätze zum Rückzug an. (Kissen, Decken, selbstgebaute Höhlen etc. sind vorhanden).

    Bewegung
    Falls vorhanden, ist der Mehrzweckraum für Bewegungsspiele den Kindern zu gewissen Zeiten frei zugänglich. Regeln hierfür werden in den einzelnen Kinderbetreuungseinrichtungen gemeinsam mit den Kindern aufgestellt.

    Spiel- und Lernmaterial

    • Begriffsklärung
    Als Spiel- und Lernmaterial wird das in den Einrichtungen vorhandene, den Kindern zum Spielen und Lernen frei zugängliche Angebot an Materialien verstanden.

    • Bedeutung
    Das Spiel ist die kindgerechte Form des Lernens (Beruf des Kindes). Spielen ist für die Kinder eine Form der Auseinandersetzung mit dem Leben. Es bereitet ihnen Spaß und Freude, ist andererseits aber auch mit Arbeit, Anstrengung und Ausdauer verbunden. Im Spiel ist das Kind mit all seinen Sinnen und Fähigkeiten aktiv. Das Spiel mit unterschiedlichen Materialien kann als dominante Lernform im Kindesalter bezeichnet werden. Aus diesem Grund müssen vielfältige altersentsprechende Spielmittel und -materialien, die die Interessen der Kinder berücksichtigen, zur Verfügung stehen.

    • Ziele
    Die Kinder

    • finden vielfältige, variable Spielsachen und Materialien vor und haben freie Spielauswahl.
    • können zwischen unterschiedlichen Materialien nach Entwicklungsstand und Neigungen auswählen.
    • können zwischen strukturierten und unstrukturierten Materialien auswählen.
    • kennen und nutzen die vorhandenen Spielmaterialien in ihrer Funktion und entwickeln Kreativität und Fantasie.
    • lernen die unterschiedlichsten Spielformen (Rollen-Wahrnehmungs-Entdeckungsspiele) kennen und haben freie Wahl der Spielpartner.
    • haben freie Teilnahme an Projekten und Angeboten.

    Freispiel

    • Begriffsklärung
    Das Freispiel bezeichnet die Aktivitäten der Kinder, bei denen sie sich allein oder mit anderen intensiv beschäftigen. Das Kind kann Tätigkeit und Material frei wählen, es entscheidet, ob es allein oder mit einem frei gewählten Partner (bzw. einer Gruppe) spielt. Die Entscheidung über Ort und Dauer liegt beim Kind. Das Freispiel findet im Außenbereich oder im Haus statt.

    • Bedeutung
    Im Spiel übt sich das Kind in Rollen ein, es muss sich an Regeln halten, sich mit seinem Spielpartner verständigen und es lernt sich über die Sprache oder über nonverbales Verhalten auszudrücken. In unserer die eigenständige Persönlichkeit voraussetzenden Gesellschaft müssen Kinder sehr früh lernen, selbstständig zu entscheiden und zu handeln. Zugleich müssen sie darin gefördert werden, mit anderen Kindern zusammenzuspielen, Konflikte zu lösen und sich im Einzelfall auch durchzusetzen. Sie müssen lernen, eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, sich selbst zu motivieren und zu konzentrieren. Im Freispiel können sozial wichtigen Verhaltensweisen und intellektuellen Kompetenzen gefördert erworben werden.

    • Ziele
    Die Kinder

    • lernen selbstständig, konzentriert, aufmerksam und ausdauernd zu spielen,
    • erkennen Ursache und Wirkung in der selbstständigen Auseinandersetzung mit Spielpartnern und Materialien (Selbstwirksamkeit),
    • gehen mit den vorhandenen Materialien und Spielsachen eigenständig und kreativ um,
    • können Spielprozesse selbstständig initiieren und umsetzen,
    • suchen eigenständig Spielpartner und erweitern ihre Sprachkompetenz durch Diskussionen mit Spielpartnern und dem Mitteilen der eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten
    • lernen eigenen Lösungen für auftauchende Konflikte zu finden,
    • entwickeln Selbstvertrauen und Resilienz durch Erfolg und Misserfolg und lernen ihre Bedürfnisse aufzuschieben.

    • Pädagogische Werthaltung
    Die Fachkräfte

    • gestalten die Räume ansprechend, sodass sie zum Spielen auffordern,
    • informieren die Kinder über die einzelnen Spiel- und Aufenthaltsbereiche und lässt sie entscheiden, wer wo mit wem spielt,
    • gestalten eine entspannte und angstfreie Atmosphäre, bei Bedarf unterstützt sie die Kinder durch vorübergehendes aktives Mitspielen oder durch Zur-Verfügung-Stellen von Materialien,
    • helfen Gruppen bei Konflikten, die diese nicht selbst lösen können und setzen Grenzen, wo es erforderlich ist,
    • beobachten die Kinder,
    • unterstützten Einzelinteressen und steht den Kindern als verlässliche/r Ansprechpartnerin/Ansprechpartner zur Verfügung. 

    „Das Spiel ist die Arbeit des Kindes“ Johann Pestalozzi

    Angeleitete Beschäftigungen

    • Begriffsklärung
    Als angeleitete Beschäftigungen werden die Aktivitäten in der Kinderbetreuungs-einrichtung bezeichnet, die von einer Fachkraft ausgehen und sich an eine spontan oder gezielt zusammengesetzte Klein- wie Großgruppe richten. Solche Angebote haben das Ziel Kinder zu fordern und zu fördern.

    • Bedeutung
    In den angeleiteten Beschäftigungen lernen die Kinder durch konkrete Beteiligungsangebote gezielt zu arbeiten. Die Fachkraft gibt Anregungen zu bestimmten Themenbereichen vor. Sie bestimmt den Zeitpunkt, die Dauer, den Ablauf, den Ort, die Auswahl der Beteiligten und den Inhalt der Tätigkeit (offenes Angebot oder definierte Gruppe).

    • Ziele
    Die Kinder

    • werden altersspezifisch gefördert,
    • eignen sich vielfältiges Wissen an,
    • entwickeln vielfältige Handlungskompetenzen,
    • beteiligen sich aktiv an gemeinsamen Spiel- und Lernprozessen.

    • Pädagogische Werthaltung
    Die Fachkraft

    • wählt interessante, aktuelle und anregungsreiche Themen aus,
    • motiviert die Kinder zum Mitmachen,
    • beobachtet Verhalten und Mitarbeit der Kinder und berücksichtigt dies bei weiteren Aktivitäten und Förderungen,
    • greift Vorschläge und Ideen der Kinder auf und bezieht diese flexibel in ihre Angebote ein.

    Schulvorbereitung

    • Begriffsklärung
    Schulvorbereitung in der Kindertagestätte umfasst alle Maßnahmen, die dazu beitragen, die Schulfähigkeit der Kinder zu optimieren und ihnen den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule zu erleichtern.

    • Bedeutung
    Schulvorbereitung orientiert sich an der Auffassung von Schulfähigkeit. Sie ist eine Beurteilung in Abhängigkeit politischer, persönlicher, pädagogischer und gesellschaftlicher Gegebenheiten.
    Der Aufgabenbereich der Kindertagesstätte liegt in der optimalen Gestaltung von Angeboten zur Erlangung von Lernkompetenz und der sozialen Reife für den Schulbesuch, als auch in der Kooperation mit der Schule.

    • Ziele
    Die Kinder

    • erleben, dass sie zu einer besonderen Zielgruppe (z.B. Schulstürmer/ Schlaufüchse) in der Kindertagesstätte gehören,
    • machen sich mit dem neuen Lebensabschnitt vertraut und freuen sich auf den Übergang in die Schule,
    • erfüllen die Kriterien der Schulfähigkeit (kognitiver, motivationaler, sozialer, motorischer und emotionaler Selbstständigkeit).

    • Pädagogische Werthaltung
    Die Fachkräfte 

    • erheben, beobachten und dokumentieren den Entwicklungsstand der Kinder und beziehen diese in die Schulvorbereitung mit ein, (Bisc-Test, Münsteraner, Arbeitsbögen)
    • suchen Themen und Materialien vor dem Hintergrund der Interessen und Bedürfnisse der Kinder aus und fördern die kindliche Neugier und den Wissensdurst,
    • unterstützen alle Kinder, achten auf Kinder mit besonderem Förderbedarf,
    • informieren die Eltern über den Entwicklungsstand ihres Kindes,
    • bieten gezielte Aufgaben an, um Kinder bei Bedarf Schwerpunktmäßig zu fördern.

    Haltung der pädagogischen Fachkräfte

    • Begriffsklärung
    Unter förderlichem Fachkraftverhalten wird jedes nonverbale oder verbale Verhalten der Fachkraft in einer positiven, unterstützend wirkenden Interaktion mit Kindern verstanden.

    • Bedeutung
    Wir Fachkräfte sind Ansprechpartner, Vertrauens- und Bezugsperson für die Kinder und deren Eltern. Deren Bedürfnisse nehmen wir ernst und integrieren sie in unserer Arbeit. Jeder von uns bringt seine eigene Persönlichkeit mit in den Alltag ein sowie die damit verbundenen Ressourcen. Das Zusammenspiel all der vorhandenen Fähigkeiten und das damit verbundene Wissen prägen die Qualität unserer Arbeit. Wir Fachkräfte leben und lernen gemeinsam mit den Kindern in Ko-Konstruktion, mit dem Wissen um den Stellenwert die erlebten Bindungs- und Beziehungserfahrungen.

    • Ziele
    Die Kinder

    • fühlen sich sicher und angenommen, können in der Kinderbetreuungs-einrichtung positive Bindungen aufbauen,
    • erleben eine angenehme Gruppenatmosphäre,
    • entwickeln ein positives Selbst- und Weltbild,
    • lernen den Alltag auch mit seinen Konflikten und Krisen zunehmend selbstständig zu bewältigen.

    Die pädagogischen Fachkräfte

    • entwickeln eine partnerschaftliche Beziehung zum Kind, die durch gegenseitige Achtung und Toleranz geprägt ist, kennen die unterschiedlichen individuellen Entwicklungen der Kinder und deren Bedürfnisse.
    • sind sich ihrer Verantwortung und der Bedeutung ihres Verhaltens bewusst.
    • begegnen jedem Kind mit Achtung und nehmen es in seiner Individualität ernst.
    • verstehen sich als Wegbegleiter und geben den Kindern Zeit und Raum sich persönlich und ganzheitlich zu entfalten.

    Elterngespräche/Elternabende

    • Begriffsklärung
    Ein Elterngespräch ist ein zeitlich vorstrukturierter Austausch mit den Eltern. Inhalte können sein: Entwicklung des Kindes, die pädagogische Arbeit in der Einrichtung, Beratung, Konfliktlösungsgespräche, Entwicklungsgespräche sollten in bestimmten Zeitabständen stattfinden. Elternabende dienen der umfassenden Information der Eltern über die Arbeit in der Kinderbetreuungseinrichtung wie über praktische und inhaltliche Themen. Elternabende können je nach Thema als hausübergreifende oder gruppenbezogene Elternabende durchgeführt werden.

    • Bedeutung
    Elterngespräch
    Die Kinderbetreuungseinrichtung übernimmt für einen Teil des Tages die Mitverantwortung für Erziehung, Bildung und Betreuung eines Kindes. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, gilt es Eltern als Partner zu akzeptieren und ernst zu nehmen. Nur im Dialog können Eltern und Fachkräfte erfahren wie sich das Kind in der jeweils anderen Lebenswelt verhält. Sie können sich über den Entwicklungsstand des Kindes austauschen und gemeinsam Maßnahmen besprechen. Ein geplantes Elterngespräch ermöglicht es beiden Seiten sich intensiv vorzubereiten. Ziel ist die Erziehungspartnerschaft zum Wohle des Kindes.

    Elternabende
    Elternabende dienen der umfassenden Information aller Eltern und dem gegenseitigen Austausch. Je informierter Eltern über die Arbeit der Einrichtung sind, umso eher können sie deren Arbeit auch einschätzen und sich aktiv einbringen.

    • Ziele eines Elterngesprächs
    Die Eltern

    • sind über das Verhalten und den Tagesablauf ihres Kindes in der Einrichtung und dessen Entwicklungsstand informiert,
    • erhalten Information und Unterstützung bei Bedarf,
    • beteiligen sich aktiv an der Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder,
    • entwickeln Vertrauen zu den Fachkräften und unterstützen das partnerschaftliche Miteinander.

    Die Fachkräfte

    • wissen um die Interessen wie auch Bedürfnisse der Eltern und gewinnen einen Einblick in die familiäre und soziale Umgebung des Kindes.

    • Pädagogische Werthaltung
    Die Fachkräfte

    • schaffen eine angenehme und vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre,
    • begegnen den Eltern Wertschätzung und Akzeptanz,
    • informieren die Eltern und stellen dabei die Stärken der Kinder in den Vordergrund,
    • geben bei Bedarf Hinweise auf zusätzliche Hilfen und Fördermaßnahmen,
    • achten auf ein ausgewogenes Verhältnis von Zuhören und Sprechen aller beteiligten Gesprächspartner.

    • Ziele / Elternabende
    Die Eltern

    • werden über die Inhalte der pädagogischen Arbeit umfassend informiert,
    • erfahren Neues zu aktuellen pädagogischen Themen durch interne wie externe Fachkräfte,
    • können die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Eltern wahrnehmen und
    • werden selbst als Erziehungspartner wahrgenommen.

    • Pädagogische Werthaltung

    Die Fachkräfte

    • vermitteln eine positive und freundliche Atmosphäre,
    • sichern durch umsichtige Planung und Durchführung einen reibungslosen Ablauf,
    • geben kompetente und anschauliche Einblicke in die Arbeit.

    Beschwerde Management

    • Begriffserklärung
    Eine Beschwerde ist Ausdruck einer Unzufriedenheit mit einem Vorkommnis oder einem Zustand in der Kindertageseinrichtung. Beschwerden können strukturiert, oder spontan erfolgen und sich auf einzelne Aspekte oder die Gesamtqualität der Kinderbetreuungseinrichtungen beziehen. Sie können mündlich oder schriftlich abgegeben werden.

    • Bedeutung
    Im Qualitätsmanagement sind sie wichtige Informationshinweise, die darüber Auskunft geben können, wo Schwachstellen oder Probleme in einer Kinderbetreuungseinrichtung vorhanden sind. Beschwerden sind nicht immer begründet und zutreffend, trotzdem enthalten alle Beschwerden für den Anderen wichtige Botschaften. Diese Botschaften sollten unbedingt aufgegriffen und bearbeitet werden. Beschwerden, die unterdrückt und nicht bearbeitet werden, verwandeln sich häufig in Gerüchte und können das Bild der Einrichtung nachhaltig schädigen. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung Beschwerden nicht nur zuzulassen, sondern zu ermöglichen und zu fordern. Nur wenn ein Team weiß, wo ein Problem besteht, kann gezielt Abhilfe geschaffen werden.

    • Ziele

    • Beschwerden werden sachlich entgegengenommen und zügig bearbeitet, hat die Einrichtung fehlerhaft gehandelt, wird der Fehler behoben.
    • Beschwerden werden zum Anlass von Verbesserungsvorschlägen im Team genommen.
    • Der Beschwerdeführer erfährt, dass seine Rückmeldungen erwünscht sind.
    • Das Personal kann bei der Entgegennahme von Beschwerden zwischen emotionaler und sachlicher Information differenzieren und die Beschwerde entsprechend annehmen.
    • Beschwerden werden dokumentiert.

    • Pädagogische Werthaltung
    Die Fachkraft

    • tritt während des Beschwerdegesprächs professionell auf,
    • bringt dem Beschwerdeführer gegenüber deutlich zum Ausdruck, dass man die Beschwerde ernst nimmt,
    • benennt (falls möglich) Fehler/Mängel konkret, weist aber niemanden die Schuld zu,
    • übernimmt die Verantwortung für die Behebung des Problems,
    • weist offensichtlich ungerechtfertigte Beschwerden freundlich und bestimmt zurück.
  • STRUKTURELLE QUALITÄTSSTANDARDS

    Leitung

    Die Leitung hat im pädagogischen, konzeptionellen und organisatorischen Bereich die Gesamtverantwortung für die Kinderbetreuungseinrichtung. Ihre Aufgaben sind:

    • Zusammenarbeit mit dem Träger, Amtsleitung und pädagogischen Fachkraft
    • Informationen, Einholung und Weitergabe von relevanter Öffentlichkeitsarbeit
    • Mitwirkung bei wichtigen Entscheidungen und baulichen Veränderungsmaßnahmen
    • Verwaltung des Budgets und Haushaltsanmeldungen
    • Pädagogische Arbeit, Qualitätssicherung
    • Erarbeitung und Evaluation der pädagogischen Konzeption der Einrichtung
    • Planung und Reflexion der pädagogischen Arbeit
    • Personalführung
    • Leitung des Gesamtteams
    • Personaleinsatz (Erstellung der Dienstpläne, Überwachung der Dienstzeiten, Urlaubsplanung, Planung der VB-Zeiten…)
    • Mitarbeiterführung (fachliche Beratung, Motivation)
    • Organisatorische Aufgaben
    • Durchführung des Aufnahmeverfahrens
    • Verwaltungsaufgaben (Anwesenheitslisten, Beurteilungen des Personals, Berichte, Dokumentationen, Statistiken……)
    • Beachtung und Umsetzung der Sicherheitsvorschriften, Hygienevorschriften, Gesundheitsvorschriften und Datenschutz sowie Brandschutz,
    • Zusammenarbeit mit den Eltern: Elternabende, Elterngespräche, Beratung und Information
    • Entscheidungsbefugnisse
    • Alle Entscheidungen, die der Träger der Leitung übertragen hat
    • Kooperation mit Institutionen und Ämtern
    • Erstellen von Entwicklungs- und Förderberichten
    • Teilnahme an Fort- und Weiterbildung
    • Verantwortung gegenüber den diversen Dienstleistern im Haus

    Pädagogische Fachkraft in der Gruppe

    Die pädagogische Fachkraft trägt die Verantwortung für die pädagogische Arbeit in der Gruppe. Dazu gehören die Umsetzung der pädagogischen Konzeption und Teambeschlüsse, die Dokumentation sowie die Zusammenarbeit mit den Eltern.

    Ihre Aufgaben sind:

    • Vorbereitung, Durchführung, Reflexion und Dokumentation der pädagogischer Aufgaben
    • Beobachtung und pädagogische Führung der Gruppe (Überblick über die Gesamtgruppe)
    • Beobachtung, Feststellung und Dokumentation des Entwicklungsstands der Kinder in der Gruppe (kindspezifische Themen aufgreifen, Förderangebote erarbeiten)
    • Elternarbeit (Tür-und Angelgespräche, Elterngespräche, Unternehmungen…)
    • kindgerechte Raumgestaltung

    Praktikantinnen/Praktikanten

    Praktikantinnen/Praktikanten sind Personen, die sich in der Ausbildung befinden, eine Ausbildung im sozialen Bereich anstreben oder den Schülerstatus haben.

    Die Anleitung der Praktikantinnen/Praktikanten obliegt der hierfür bestimmten pädagogischen Fachkraft in der Einrichtung, wobei alle Teammitglieder zu einer optimalen Anleitung beitragen. Ziele für den Praktikanten, die Praktikantin sind:

    • Kennenlernen der organisatorischen und pädagogischen Struktur der Einrichtung
    • Kennenlernen wichtiger Arbeitsabläufe und Anleitung zur praktischen Umsetzung
    • Erfahrungen machen in der pädagogischen Arbeit
    • Regelmäßige Gespräche, Reflexion und Erfahrungsaustausch zwischen Praxisanleiter/in und Praktikant/in
    • Durchführung von Hospitation und Beobachtungen (Praxisanleiter, Kinder)

    Gesamtteam

    Das Gesamtteam umfasst alle in der Einrichtung am pädagogischen Prozess beteiligten Personen (pädagogische Fachkräfte, Praktikanten/Praktikantinnen). Einmal die Woche findet in der Einrichtung eine gemeinsame Dienstbesprechung statt. Entscheidungen werden nach dem Mehrheitsprinzip gefasst. Die Leitung und der Träger haben ein Veto-Recht. Aufgaben des Teams sind:

    • Erstellung und Evaluation der pädagogischen Konzeption, des Dienstleistungsangebots und der Gesamtqualität der Einrichtung
    • Organisation, Planung und Durchführung gemeinsamer gruppenübergreifender Projekte
    • Diskussion, Durchführung und Reflexion pädagogischer Themen, Veranstaltungen, Ausarbeitungen und Fortbildungen
    • Weiterentwicklung der Teamarbeit und Supervision
  • ORGANISATORISCHE ABLÄUFE / BETRIEBSVORGABEN

    Sicherheit

    Die Sicherheitsmaßnahmen in der Einrichtung dienen vorrangig dem Schutz der Kinder und des Personals, um sie vor Schäden zu bewahren. Gefahrenquellen sollen erkannt und umgehend behoben werden. Aufgaben, die durchzuführen sind:

    • Gebäude- und Außenflächenbegehungen mit Sicherheitspersonal
    • Umgehende Behebung der Gefahrenquelle
    • Kinder über mögliche Gefahren informieren, Umgang mit Gefahren beispielhaft üben und Regeln erarbeiten
    • Aufsichtspflicht wahrnehmen

    Hygiene

    Hygiene umfasst alle Maßnahmen, die vorrangig der Gesundheit von Kindern, Eltern und Personal und deren Schutz vor Erkrankung dienen. Aufgaben, die durchzuführen sind:

    • Bei ansteckenden Erkrankungen werden durch Aushang die Eltern informiert, bei meldepflichtigen Erkrankungen das Gesundheitsamt.
    • Erkrankte Kinder können die Einrichtung erst wieder besuchen, wenn sie wieder gesund sind. Bei ansteckenden meldepflichtigen Erkrankungen, wenn eine ärztliche Bescheinigung die Ansteckungsgefahr ausschließt.
    • Die Kinder werden mit den allgemeinen Maßnahmen hygienischer Vorsorge vertraut gemacht (z.B. Hände waschen nach dem Toilettengang)
    • Das Personal wird in regelmäßigen Abständen über die Hygienerichtlinien belehrt und informiert (Infektionsschutzgesetz)
    • Die Bereiche der Kinderbetreuungseinrichtungen werden regelmäßig auf ihre hygienischen Anforderungen überprüft. (Sanitäreinrichtungen, Sandaustausch, Bestimmungen des Gesundheitsamtes)

    Erste Hilfe

    Eine sachgemäß durchgeführte erste Hilfe kann Unfallfolgen begrenzen. Aufgaben, die durchzuführen sind:

    • Regelmäßige Schulungen des Personals als Ersthelfer
    • Sicherstellen, dass ein intaktes Telefon vorhanden ist, um Hilfe herbeirufen zu können
    • Liste mit Notfallnummern und Namen der Ersthelfer zugänglich aufhängen
    • Raum mit Liegemöglichkeit und Erst-Hilfe-Material nachweisen und kenntlich machen (Verbandsmaterial regelmäßig auf Haltbarkeit und Vollständigkeit überprüfen)
    • Führen eines Verbandbuchs
    • Dokumentation von Unfällen
  • RECHTLICHE VORGABEN, VERORDNUNGEN, SATZUNGEN, RICHTLINIEN

    • Satzung über die Benutzung der Kindertagesstätten und der Schulbetreuung der Gemeinde Egelsbach
    • Gebührensatzung über die Benutzung der Kindertagesstätten und der Schulbetreuung der Gemeinde Egelsbach
    • Satzung über die Bildung und Aufgaben von Elternversammlungen und Elternbeirat, der Kindertagesstätten und der Schulbetreuung der Gemeinde Egelsbach
    • Hessisches Kinderförderungsgesetz (KiföG)
    • Hessisches Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch (HKJGB)
    • Bundeskinderschutzgesetz
    • UN-Kinderrechtskonvention
    • Datenschutzgesetz
  • LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS

    • Das Kita Qualitätshandbuch v. P. Erath
    • Arbeitsunterlagen Kita Reichenwalde
    • Hessischer Bildungs- und Erziehungsplan
    • Ausarbeitungsergebnisse der pädagogischen Tage Egelsbach 2013 und 2014 mit dem pädagogischen Gesamtpersonal der Kinderbetreuungseinrichtungen der Gemeinde Egelsbach.
    • Ergänzungen aus den pädagogischen Tagen 2018 mit den Leitungen der Kinderbetreuungseinrichtung der Gemeinde Egelsbach.
  • IMPRESSUM

    Kindertagesstätten und Schulbetreuung der Gemeinde Egelsbach
    Träger: Gemeinde Egelsbach
    Freiherr vom Stein Str. 13, 63329 Egelsbach

    Verantwortlich für die Inhalte ist der Gemeindevorstand der Gemeinde Egelsbach