Meldung vom 28.08.2020

    Liebe Egelsbacherinnen und Egelsbacher,

    meine letzte Mitteilung ist nun schon wieder fast drei Wochen her, und deshalb wollte ich den Wochenausklang nutzen, um alle über die aktuelle Situation zu informieren.

    Die Tatsache, dass ich in den letzten Wochen nicht berichtet habe, ist nicht darin begründet, dass es keine Neuigkeiten gab, sondern vielmehr darin, dass Corona und Tagesgeschäft mich so in Beschlag genommen haben, dass ich nicht dazu gekommen bin, ein Update zu schreiben.

    Tatsächlich hat Corona allem Anschein nach nun auch Egelsbach erreicht. Nach Monaten weitgehender Ruhe haben wir nun in den letzten drei Wochen wiederholt Anfragen zur Kontaktnachverfolgung vom Kreis erhalten. Auch sind uns von den Betroffenen in dem einen oder anderen Fall positive Tests gemeldet worden.

    Die größte Unruhe hat sicher ein positiver Test eines Kindes aus dem zweiten Jahrgang der Wilhelm-Leuschner-Schule verursacht. Doch das Gesundheitsamt hat schnell reagiert und die Klasse unter Quarantäne gestellt. Aufgrund des Hygiene-Konzepts der Schule und der Betreuung war nur die eine Klasse betroffen. Aber schon ab nächsten Dienstag darf die Klasse wieder in den Unterricht. Die Quarantäne wird dann aufgehoben. Weitere Infektionen sind uns nicht bekannt.
    Insgesamt bleibt auch für uns die Situation im Ort unübersichtlich, da keine offiziellen Zahlen aufgeschlüsselt auf Kommunen vorliegen. Die Kreiszahlen für unseren Landkreis Offenbach zeigen, dass in unserer Region derzeit 75 aktive Fälle zu verzeichnen sind. Die 7-Tages-Indizenz liegt aktuell bei 14,4 auf 100.000 Einwohner, war in den letzten Wochen aber auch schon an ein paar Tagen über den ersten Schwellenwert von 20 gestiegen. Hanau und Offenbach hatten den Wert von 50 zeitweise überstiegen. Der Main-Kinzig-Kreis mit der Stadt Hanau liegt zurzeit noch bei 22,2, die Stadt Offenbach bei 38,1 und Frankfurt bei 27,9. Der Kreis Groß-Gerau war ebenfalls über die Stufe von 20 gestiegen, liegt aber zurzeit mit 16,0 auch unter der ersten Warnstufe. Südlich unserer Gemeinde ist es noch entspannter. Die Stadt Darmstadt weist einen Wert von 8,2, der Landkreis Darmstadt-Dieburg einen Wert von 14,1 auf.

    Ich habe mir außerdem mal im Zuge der Vorbereitung auf diesen Text ein paar weitere Statistiken des RKI angeschaut. In der 33. Kalenderwoche, also vom 10. – 16.08. lag die Quote der positiven Tests im Verhältnis zu der Gesamtzahl bei 0,96 %. Trotz massiver Ausweitung der Testung ist diese Quote schon seit Mitte Juni stabil unter 1 %.

    Von den rund 240.000 in Deutschland seit Beginn der Pandemie positiv getesteten Personen haben rund 83 % Krankheitssymptome gezeigt. 16 % mussten in stationäre Behandlung und knapp 4 % sind daran gestorben.

    Es zeigt, dass Virus kann bedrohlich sein, wir sollten weiter vorsichtig bleiben, aber aus meiner Sicht rechtfertigen die aktuellen Zahlen kein vollständiges Stilllegen ganzer Lebensbereiche mehr. Wir werden uns in den nächsten Monaten und vielleicht Jahren einfach auf eine neue Normalität einstellen müssen. Dabei werden wir uns an einige grundlegende Verhaltensweisen gewöhnen müssen. Aus meiner Sicht betrifft dies folgende Punkte:

    1. Wir sollten den Kreis der Menschen, mit denen wir regelmäßig in Kontakt stehen, klein halten. Dazu gehört es, größere 
        Menschenansammlungen zu vermeiden, sich nicht in größeren Gruppen mit wechselnden Personenkreisen zu verabre
        den etc.

    2. Geschlossene Räume mit vielen Menschen bergen größere Gefahren als Begegnungen im Freien.

    3. Zu Menschen, die nicht unserem unmittelbaren Umfeld angehören, sollten wir Abstand halten. Die 1,5 Meter sind dabei
        ein guter Richtwert. Körperkontakt z.B. zur Begrüßung sollte in diesen Gruppen vermieden werden.

    4. Im öffentlichen Raum und Orten, an denen viele Menschen zusammenkommen, kann man mit Alltagsmasken sich und
        andere schützen.

    5. Regelmäßige Handhygiene vermindert das Risiko von Infektionen zusätzlich.

    6. Für den Fall einer Infektion sollte die Nachverfolgung durch Kontaktliste bzw. die Corona-App erleichtert werden können.
         Alle diese Informationen sind nicht neu. Allerdings habe ich in den letzten Wochen den Eindruck gewonnen, dass sie
         nachlässiger umgesetzt wurden. Zurzeit ist in unserer Region die Tendenz der Infektionen wieder leicht rückläufig. Dies
         hat aus meiner Sicht viel damit zu tun, dass seit zwei Wochen die Schule wieder begonnen hat und somit die Welle der
         Reiserückkehr nun langsam abebbt. Wenn wir uns an die oben genannten Regeln halten, dann sollte es möglich sein, die
         Zahlen soweit niedrig zu halten, dass auch in der Erkältungszeit nicht wieder ganze Bereiche des öffentlichen Lebens ge
         schlossen werden müssen.

    Also bleiben Sie vorsichtig und gesund!

    Herzliche Grüße
    Tobias Wilbrand

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