Meldung vom 14.06.2020

    Liebe Egelsbacherinnen und Egelsbacher,

    auch zum Ende dieser Woche wende ich mich wieder mit einem Update zur aktuellen Situation in Egelsbach an Sie. Heute würde ich gerne mit ein paar Zahlen beginnen:

    Betrachtet man die Entwicklung seit den ersten Lockerungen der Maßnahmen, so lässt sich feststellen, dass diese zumindest in unserer Region nicht zu einem Anstieg der Infektionszahlen geführt hat. Bundesweit pendelt die Reproduktionszahl seit Wochen um die 1,0. Im Kreis Offenbach gibt es zurzeit noch 44 bestätigte Corona-Fälle in Überwachung bzw. häuslicher Quarantäne. Die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegen bereits seit über einer Woche damit um die Zahl 1. Der Bund hat einen Grenzwert von 50 ausgegeben. Erst wenn dieser überschritten wird, soll der Landkreis entsprechende Maßnahmen in die Wege leiten. In Egelsbach sind mir seit Wochen keine Neuinfektionen mehr bekannt. Das aktuelle Risiko, in Egelsbach an COVID 19 zu erkranken ist also relativ gering.

    Nichtdestotrotz ist der Virus nicht aus der Welt und er wird bleiben. Selbst wenn wir es in Egelsbach, im Kreis Offenbach, in Hessen, ja sogar in ganz Deutschland schaffen, den Virus zu stoppen, so wird er an anderen Stellen der Welt weiter grassieren und irgendwann auch wieder nach Deutschland kommen. Kurz gesagt gilt nach wie vor: Wir werden den Virus alle bekommen, entweder durch Ansteckung oder durch Impfung. Einzig der Zeitpunkt beziehungsweise die Art und Weise, in der wir mit dem Virus infiziert werden, liegt ein Stück weit in unserer Hand.

    Deshalb werden auch sicher wieder Zeiten kommen, in denen wir Schließungen und andere Maßnahmen in Kauf nehmen müssen, um unser Gesundheitssystem zu schützen und eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern. Aber danach sieht es zurzeit nicht aus. Umso wichtiger ist es aus meiner Sicht, dass wir die Phasen relativer Ruhe dafür nutzen, größtmögliche Normalität zu erreichen, damit wir auftanken können, für die Phasen neuer Restriktionen.
    Vor diesem Hintergrund hat die Landesregierung Mitte dieser Woche wieder eine Reihe von Änderungen an den aktuellen Corona-Verordnungen vorgenommen. Im Bereich Schule soll ab dem 22.06. ein zweiwöchiger Probebetrieb vor den Ferien die Grundlage für eine vollständige Wiederöffnung der Schulen nach den Sommerferien legen. Für uns als Gemeinde spielen aber zwei andere Themenkomplexe eine größere Rolle: Die Rückkehr zum Normalbetrieb in den Kitas ab dem 06.07. und die Öffnung des Freibads.

    Laut Verordnung ist der Betrieb von Freibädern unter Corona-Auflagen ab dem 15.06. möglich. Ursprünglich war für diesen Termin nur eine Entscheidung angekündigt. Deshalb sind wir in der Verwaltung bisher davon ausgegangen, dass eine Öffnung erst zum Ende des Monats in Aussicht gestellt wird. Auf diesen Termin ist unsere Planung ausgerichtet und kann jetzt auch so umgesetzt werden. Vom 22.06. bis zum 26.06. werden wir zwischen 14.00 Uhr und 17.30 Uhr die Dauerkarten der Herzen, die vom Förderverein initiiert wurden, ausgeben und gegebenenfalls neue Dauerkarten am Kassenhäuschen des Freibades verkaufen. Ab dem 27.06. soll dann der Betrieb wieder starten.
    Um Warteschlangen im Betrieb so weit wie möglich zu verhindern, können Dauerkarten ab dem 27.06. nicht mehr an der Freibadkasse erworben werden. Dafür werden wir einen festen Tag festlegen, an dem diese dann einmal die Woche beim Bürgerbüro erworben werden können. Vor dem Hintergrund fortschreitender Lockerungen und der Notwendigkeit, bei Änderung der Preise bzw. der Buchungsmöglichkeiten, jedes Mal eine neue Satzung durch die Gemeindevertretung beschließen zu lassen, haben wir uns entschieden, das System ansonsten weitergehend so zu lassen, wie es aktuell ist. Es wird also – wenn sich an den aktuellen Verordnungen nichts mehr ändert – keine Änderungen bei den Preisen oder den Buchungsmöglichkeiten geben.

    Das Vereinsschwimmen werden wir ab dem 22.06. wieder erlauben, Der reguläre Betrieb startet dann ab dem 27.06. Als Obergrenze für einen sicheren Betrieb unter Corona-Bedingungen haben wir zunächst eine maximale Besucherzahl von 600 Personen festgelegt. Dies entspricht etwa der doppelten Anzahl von Personen, die wir gleichzeitig ins Wasser lassen dürfen. Des Weiteren wird es Regeln für den Betrieb in den Becken geben. Im Schwimmerbecken wird es vier abgetrennte Bereiche für das Schwimmen im Kreis geben, um Begegnungen im Wasser zu vermeiden. Auch der Nichtschwimmerbereich wird in drei Bereiche unterteilt. Rutsche, Sprungturm, Wärmehalle und Planschbecken bleiben vorerst geschlossen, genauso wie die Warmduschen. Der Kioskbereich bekommt eine größere Fläche und weniger Sitzgelegenheiten. Ein Teil der Toilette und der Umkleidekabinen wird vorerst geschlossen bleiben, um die Abstände zu vergrößern. Kritisch wird vor allem die Warteschlange vor der Kasse, die wir aber ebenfalls neu organisieren wollen. Weitere Details werden wir im Zuge der Öffnung in der übernächsten Woche veröffentlichen.

    Das zweite große Thema ist die überraschende Rückkehr zum Normalbetrieb in Schule und Kindertagesstätten. Der Normalbetrieb an der Wilhelm-Leuschner-Schule ist Aufgabe von Schulamt und Kreis, die Gemeinde muss jedoch die dazu gehörige Nachmittagsbetreuung organisieren. Hier macht es uns aber die aktuelle Verordnung unmöglich, einen Regelbetrieb sicherzustellen. Die zu bildenden Gruppen sollen nämlich nicht durchgemischt und eine Größe von 15 nicht überschritten werden. Bei 260 betreuten Kindern können wir dies weder räumlich darstellen, noch haben wir genug Personal, um stabile 15er-Gruppen zu betreuen. Wir werden also ein Kriterienkatalog festlegen müssen, wer als erstes seinen Anspruch auf einen Platz anmelden kann. Leider werden dabei auch einige Eltern vor den Schulferien keinen Platz mehr in der Betreuung erhalten können.

    Besser sieht es bei den Kindertagesstätten aus hier haben wir bereits seit rund einer Woche einen eingeschränkten Regelbetrieb eingeführt, der jedem Kind zumindest einen zeitlich befristeten Zugang zu einem Betreuungsplatz ermöglicht. Ab dem 08.07. sollen laut Verordnung dann wieder alle Familien Ihren Betreuungsplatz vollumfänglich in Anspruch nehmen können. Zurzeit läuft die Vorbereitung darauf. Leider gilt auch hier, dass die Gruppen stabil zu halten sind. Auch morgens und nachmittags sollen die Gruppen nicht durchmischt werden. Dadurch werden wir auch in Kitas personell an unsere Grenzen stoßen. Dennoch bleibt es Ziel, am 08.07. möglichst allen Kindern ihren gebuchten Platz anbieten zu können. Auch hier werde ich über den weiteren Gang berichten.

    Sie sehen, die Zeichen stehen auf Normalität. Ich wünsche Ihnen allen eine gute Zeit und bitte bleiben Sie gesund.
    Herzliche Grüße

    Tobias Wilbrand


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