Meldung vom 02.04.2020

    Liebe Egelsbacherinnen und Egelsbacher,

    heute wende ich mich mal in eigener Sache an Sie:

    Die letzten Wochen waren für mich und mein Team extrem herausfordernd, und sie haben uns immer wieder an den Rand unserer Leistungsfähigkeit gebracht. Nicht nur, dass wir mit ansehen mussten, dass sich unsere Mühen der letzten knapp zwei Jahre innerhalb von wenigen Tagen quasi in Luft aufgelöst haben. All die Anstrengungen, einen soliden Haushalt auf die Beine zu stellen, der die notwendigen Ausgaben wirklich deckt, sind für dieses und wahrscheinlich auch für die nächsten beiden Jahre erfolglos geblieben, weil die Einnahmen wegbrechen und unsere Ausgaben in der Corona-Krise eher steigen. All die Anstrengungen, dem Berg an unerledigten Aufgaben endlich Herr zu werden, sind nach einer Woche Shut down und dem nun folgenden Schichtbetrieb mit jeweils der Hälfte des Teams im Home-Office weitestgehend verpufft. Und das, wo wir gerade Licht am Ende des Tunnels sehen konnten.

    Noch mehr haben uns jedoch die unzähligen Entscheidungen der letzten Wochen viel Kraft gekostet. Entscheidungen, die auf reinen Annahmen beruhen, da diese Epidemie eine so dynamische und schwer zu kontrollierende Situation geschaffen hat, dass alle Pläne und Überlegungen, die auf den verschiedenen Ebenen des Staates für solche Fälle entwickelt wurden, nur bedingt greifen.

    Und leider muss ich Ihnen gestehen, wie Sie alle sind auch wir im Verwaltungsstab nur Menschen. Auch wir kämpfen mit unseren Ängsten um unsere Sicherheit und die unserer Lieben. Auch wir blicken in eine ungewisse Zukunft, weil niemand – nicht einmal hochqualifizierte Experten - zum jetzigen Zeitpunkt seriös voraussagen können, wann diese Epidemie beendet sein wird und welche Folgen sie für unser aller Leben danach haben wird. Auch wir kochen demnach nur mit Wasser, versuchen aber unsere Entscheidungen auf einer möglichst soliden und sachlichen Analyse aufzubauen.

    Dabei werden mir – ohne Zweifel – auch Fehler unterlaufen, wobei ich hoffe, dass diese Fehler im günstigsten Fall nur Verärgerung in der Bevölkerung und im ungünstigsten Fall Geld, aber – das hoffe ich jeden Tag inständig – keine Menschenleben kosten wird.

    Mir ist bewusst, dass meine Entscheidungen in vielen Fällen Ihr Leben unangenehm beeinflusst. Vielleicht ist die eine oder andere Entscheidung für Sie auch nicht nachvollziehbar. Dennoch treffe ich meine Entscheidungen, und es sind täglich viele, nach besten Wissen und Gewissen, so wie ich es bei meinem Amtseid geschworen habe. Ich bitte Sie alle deshalb darum, mir und meinem Team das nötige Maß an Verständnis dafür entgegenzubringen, dass wir aktuell nicht alle Anfrage beantworten, nicht alle Termine halten und nicht alle Wünsche erfüllen können. Schenken Sie uns ein wenig Vertrauen, dass wir in dieser Lage unser Bestes geben, und haben Sie bitte Verständnis, wenn sich im Nachhinein eine Entscheidung auch mal als falsch herausstellt. Auch wir sind nur Menschen!

    Herzliche Grüße und bleiben Sie bitte gesund!

    Tobias Wilbrand

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